Brief an die Gemeindeführung

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Hilde Gaggl und Gemeindeverantwortliche!

 

Der Verein „Lebenswertes Krumpendorf“ in Vertretung zahlreicher Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürger warten schon sehr lange auf den Aushang des Teilbebauungsplanes Lannerweg.

 

Der Aushang (vier Wochen Einspruchsfrist) wurde mehrfach angekündigt, aber bis dato ist dieser noch nicht erfolgt. Daher bitten wir um Auskunft, warum dies bisher noch nicht geschehen ist.

 

Wir gehen davon aus, dass die Gemeinde und ihre zuständigen Organe ihrer Verantwortung und gesetzlichen Pflichten entsprechend alles tun werden, um eine Verzögerung zu verhindern, zumal die Bausperre mit November 2019 endet.

 

Des Weiteren stellen sich viele Bürger die Frage, wie die Gemeindevertretung mit dem GVBG umgehen wird, da es diesbezüglich noch keine Rückmeldungen gegeben hat. Wir dürfen darauf vertrauen, dass die Meinung von 700 Unterzeichnern, die sich klar für GFZ Obergrenzen, abgestuft auf die jeweiligen dort angeführten Regionen, aussprechen. Dies entspricht für das Bauland-Wohngebiet einer GFZ von max. 0,4 bzw. Bauland-Geschäftsgebiet einer GFZ von maximal 0,8.

 

Wir fordern daher den ehest baldigen Aushang des Teilbebauungsplanes Lannerweg, damit er nach Beschlussfassung im Gemeinderat noch vor Ende der Bausperre Rechtsgültigkeit erlangen kann und somit nicht durch Säumigkeit der alte textliche Bebauungsplan wieder in Rechtskraft treten kann und somit großer Schaden für uns und unsere Nachfolgegeneration entstehen würde.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Der Verein „Lebenswertes Krumpendorf

 

Im Namen der über 700 Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürger, die das GVBG unterschrieben haben.

 

Krumpendorf, am 18.6.2019

 

Dank an die Bürgerinnen und Bürger

Liebe Bürgerinnen und Bürger von Krumpendorf

 

Der Vorstand des Vereines “Lebenswertes Krumpendorf” und seine Mitglieder möchten sich herzlichst bei Ihnen für die Unterstützung des von uns betriebenen Gemeindevolksbegehren bedanken.

Wir konnten am 24. April, im Beisein von Vertretern der Printmedien und eines ORF Kamerateams, Frau Bürgermeisterin Hilde Gaggl 725 Unterschriften übergeben, welche bis zum 13. Juni ausgezählt sein werden. Dann wird es eine offizielle Zahl geben. So wir die Möglichkeit bekommen, möchten wir uns die aussortierten Unterschriften vorlegen lassen.

Mit dieser hohen Zahl an Unterschriften gehört dieses Gemeindevolksbegehren, gemessen an der Einwohnerzahl Krumpendorfs, zu den erfolgreicheren in Österreich.

Eigentlich dürfte die Gemeindeführung uns und unsere Anliegen nicht mehr ignorieren, da doch 27,5% der Bürgerinnen und Bürger, gemessen an der Zahl der wahlberechtigten Krumpendorfer, unterschrieben haben und wir dürfen auf eine so große Resonanz unserer Mitbürger doch ein bisschen stolz sein. Und selbst wenn einige Unterschriften nicht gewertet werden können, manch eine politische Partei würde sich so ein Wahlergebnis wünschen. Aber zum Glück für unsere politischen Vertreter ist der Verein “Lebenswertes Krumpendorf” unpolitisch und überparteilich.

Ich möchte mich noch einmal im Namen des gesamten Vereines bei Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürger, für Ihre Unterstützung, Ihr wohlwollendes Entgegenkommen und Interesse bedanken und verbleibe mit freundlichen Grüßen

 

Kurt-Reinhold Kropf

für den Vorstand

 

GEMEINDEVOLKSBEGEHREN

An die Bürgermeisterin
der Gemeinde Krumpendorf am Wörthersee

Hauptstraße 145, 

A- 9201 Krumpendorf


Antrag gemäß § 55 Abs 1 Kärntner Allgemeine Gemeindeordnung - K-AGO
an den Gemeinderat der Gemeinde Krumpendorf am Wörthersee:

GEMEINDEVOLKSBEGEHREN
betreffend
ERHALTUNG EINES LEBENSWERTEN KRUMPENDORF
durch
MASSNAHMEN GEGEN DIE ZIELLOSE UND FLÄCHENDECKENDE VERBAUUNG
(Antrag auf Änderung des allgemeinen Bebauungsplans)

Der Gemeinderat wolle beschließen:

Der Allgemeine Bebauungsplan der Gemeinde Krumpendorf am Wörthersee, Verordnung Zl. 891/3/08-II vom 26.8.2008, mit welcher der allgemeine Bebauungsplan Verordnung vom  vom 19.3.1993, Zl. 87/3/93-II, geändert mit Verordnung vom 14.4.1994, Zl. 196/12/94-I, vom 19.8.1996, Zl. 773/2/96-I und vom 30.3.1998, Zl. 191/3/98-II geändert wurde, wird wie folgt geändert:

Artikel I, § 3 „Bauliche Ausnutzung der Grundstücke“ - Abs 1 wird wie folgt geändert:
Die bauliche Ausnutzung (Verhältnis der Summe der Geschossflächen, gemessen an den Außengrenzen nach der äußeren Begrenzung, zur Grundstücksgröße) der Baugrundstücke darf  
im Bauland-Wohngebiet max. 0,4
im Bauland-Geschäftsgebiet, welche nachweislich mit gewerblichen Objekten bebaut sind oder werden max. 0,8, wobei nachweislich bedeutet, dass die gewerbliche Nutzung durch wirschaftlich wirksame Sicherheiten sichergestellt ist (z.B. verbücherte Kaufoption der Gemeinde zu den Errichtungskosten für den Fall einer anderen Nutzung, grundbücherlich besicherte Pönalen in Höhe des Verkehrswertes des Bauobjekts zum Zeitpunkt der Fertigstellung für den Fall einer anderen Nutzung, etc.)
im Bauland-Dorfgebiet max. 0,3
im Bauland-Kurgbiet max. 0,4
im Bauland-reines Kurgebiet und im Bauland-Kurgebiet, welche mit Objekten bebaut sind oder werden, welche nachweislich fremdenverkehrsmäßig genutzt werden max. 0,6, wobei nachweislich bedeutet, dass die fremdenverkehrsmäßige Nutzung durch wirschaftlich wirksame Sicherheiten sichergestellt ist (z.B. verbücherte Kaufoption der Gemeinde zu den Errichtungskosten für den Fall einer anderen Nutzung, grundbücherlich besicherte Pönalen in Höhe des Verkehrswertes des Bauobjekts zum Zeitpunkt der Fertigstellung für den Fall einer anderen Nutzung, etc.),nicht überschreiten.“

Artikel I, § 4 „Bebauungsweise“ wird um folgenden Halbsatz ergänzt:
„, wobei die geschlossene Bebauungsweise nur in Bereichen zulässig ist, wo sie bereits vorhanden und ortsüblich ist und dem Ortsbild entspricht“.

Artikel I, §  5 "Anzahl der Geschosse" wird ergänzt um einen neuen Punkt d) wie folgt:
„Die Geschosszahl darf jedenfalls nicht die durchschnittliche Geschosszahl der Wohngebäude im näheren Umkreis (200m in jede Richtung, gemessen von der Außengrenze) übersteigen. In exponierten Lagen (Hanglagen, Seeufernähe, Hauptstraße) ist das Ortsbild besonders zu berücksichtigen.“

Artikel I, § 8 „Grünflächen“ wird wie folgt geändert:
„Grünflächen müssen möglichst zusammenhängend, in geschlossener Form angelegt und sollen gärtnerisch gestaltet werden. Ist ein Bestand von Bäumen und Sträuchern vorhanden, so ist dieser nach Möglichkeit zu erhalten.“

Artikel II lautet wie folgt:
Diese Verordnung tritt gemäß § 26 Abs 5 des Kärntner Gemeindeplanungsgesetzes 1995 – K-GplG 1995, LGBl. Nr. 23/1995 in der Fassung des Gesetzes LGBl Nr 71/2018 mit Ablauf des Tages der Kundmachung im Kraft“.

BEGRÜNDUNG

Der Antragsgegenstand betrifft eine Angelegenheit des eigenen Wirkungsbereiches der Gemeinde. Der Gemeinderat ist das für die Erlassung von Bebauungsplänen zuständige Organ und daher wird dieser Antrag (Gemeindevolksbegehren gemäß § 55 K-AGO) gemäß § 55 Abs 3 lit b K-AGO an diesen gerichtet.
Der derzeit in Geltung stehende allgemeine Bebauungsplan ermöglicht gemeindeweit die Errichtung von großen bis sehr großen Wohnanlagen und zwar sogar in sensiblen Bereichen wie Hanglagen und in Seenähe. Dadurch wird insbesondere
das Landschafts- und Ortsbild durch planlose Verbauung mit Großprojekten massiv gefährdet;
droht eine Beeinträchtigung der Lebensqualität durch zusätzliches Verkehrsaufkommen;
wird durch weitere Bodenversiegelungen und Zurückdrängen von Grünflächen das ökologische Gleichgewicht unseres Ortes beeinträchtigt.
Die Zeit drängt, zumal in den Nachbargemeinden rund um den See bereits Maßnahmen ergriffen werden. Wenn Krumpendorf nicht nachzieht, wird sich der Druck von Immobilienentwicklern immer mehr erhöhen und droht die großflächige Verbauung bisher freier oder nur gering verbauter Flächen.

Im Einzelnen:
Ein wichtiger Faktor, der Lebensqualität bringt und Menschen aus nah und fern anzieht, ist die Schönheit unserer Heimat. Die Landschaft mit ihren bewaldeten Hügeln, den Feldern und gewachsenem Ortsbild sowie natürlich dem See ist einfach einzigartig. Sie gilt es zu schützen.
Aber: Die bauliche Entwicklung hat rund um den Wörthersee in den letzten Jahren dramatische Ausmaße angenommen. Ehemalige Pensionen, kleinvolumige Wohnhäuser und Frei- und Grünraumzonen weichen und werden durch massive, mehrgeschossige Wohn- und Appartementanlagen und Freizeitwohnsitze ersetzt. Unansehliche Wohnblöcke verschandeln das Orts- und Landschaftsbild. Grünflächen werden versiegelt,  mit all den Folgeproblemen für z.B. Verkehr, Mikroklima und Wasserhaushalt (etwa Überflutungen). Jeder der sehendes Auges durch die Wörtherseegegend fährt, kann sich ein Bild davon machen.
Nachdem rund um den See eine Gemeinde nach der anderen – spät aber doch – aufwacht und Maßnahmen gegen die hemmungslose Verbauung setzt, sind die Gemeindeverantwortlichen von Krumpendorf voll gefordert, sich mit Umsicht, Weitblick und der entsprechenden Sensibilität mit diesem Thema zu beschäftigen und rasch Maßnahmen zu ergreifen. Damit rückt Krumpendorf mehr als schon bisher ins Fadenkreuz von Immobilieninvestoren. Deren Ziel ist es, durch Errichtung möglichst großer Wohnblöcke maximale Rendite zu machen. Diese dienen dann oft nur als Zweitwohnsitze oder als Anlageobjekte, schädigen aber das Ortsbild nachhaltig für Generationen. Die leidtragenden sind die ansässigen Gemeindebürger.
Ein Problem ist der im Kern jahrzehntealte allgemeine Bebauungsplan. Er ermöglicht nahezu überall im Ort die unkontrollierte Errichtung von Großprojekten in Form von Betonsilos. Um das zu verhindern und ein lebenswertes, ökologisch wertvolles Ortsbild zu wahren, stellen wir mit diesem Gemeindevolksbegehren einen Antrag auf Änderung des allgemeinen Bebauungsplanes. Nicht betroffen von der vorgeschlagenen Änderungen sind die Errichtung oder der Umbau von Einfamilienhäusern oder kleineren Wohnanlagen.

Unterstützen Sie bitte diesen Antrag mit Ihrer Unterschrift:
GEMEINDEVOLKSBEGEHREN betreffend ERHALTUNG EINES LEBENSWERTEN KRUMPENDORF durch MASSNAHMEN GEGEN DIE ZIELLOSE UND FLÄCHENDECKENDE VERBAUUNG (Antrag auf Änderung des allgemeinen Bebauungsplans)

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